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Biodiversität und Ökologie der Wirbellosenfauna deutscher Mittelgebirgshöhlen
Proben in der Schillat-Höhle

Frühlingsprobe - Wirbellosenfauna
Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für Herrn Weigand geförderte Projekt "Versteckte Variation in einem verborgenen Lebensraum: Biodiversität und Ökologie der Wirbellosenfauna deutscher Mittelgebirgshöhlen" ist auf die Dauer von 2 Jahren ausgelegt (Juli 2017 - Juni 2019) und wird als Verbundprojekt zwischen der Universität Duisburg-Essen, dem Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. sowie dem Musée national d'histoire naturelle de Luxembourg durchgeführt.

Wann...

Zu drei Zeitpunkten im Jahr soll jeweils die Wirbellosen-Fauna einer touristisch erschlossenen sowie einer nahegelegenen (Umkreis von 15-20 km) nicht-touristisch erschlossenen Höhle für den Eingangsbereich, die Übergangs- und Tiefenregion untersucht werden. Um die Vergleichbarkeit zu wahren, müssen beide Höhlen eine Eingangs-, Übergangs- sowie Tiefenregion aufweisen und in einer geologisch ähnlichen Umgebung liegen. Optimalerweise kann es sich auch um eine Schauhöhle mit zwei getrennten Eingängen handeln, wobei nur einer touristisch genutzt wird und (zumindest anfänglich) zwei getrennte Tiefenregionenbereiche vorhanden sind. Dieses Versuchsdesign wird für mehrere Schauhöhlen-/Höhlen-Paare in Mitteleuropa wiederholt. Um die saisonale Variation der Fauna zu untersuchen, sind die folgenden Zeiträume für Probennahmen vorgesehen bzw. optimal geeignet:

  • Herbstprobe: 16. September - 31. Oktober 2017
  • Frühlingsprobe: 01. - 30. April 2018
  • Sommerprobe: 01. Juli - 19. August 2018
     

Wie...

Die Wirbellosenfauna des Eingangsbereichs, der Übergangs- sowie Tiefenregion wird mittels zeitlich standardisierter Handaufsammlung aufgenommen (je eine Personen-Stunde). Weiterhin ist vorgesehen, für die Dauer von 2 Wochen jeweils eine mit mind. 96% Ethanol gefüllte Barber-Falle in den drei Höhlenbereichen aufzustellen. Insgesamt werden demnach pro Sammeltermin sechs Barber-Fallen installiert (drei in der Schauhöhle, drei in der nicht-touristisch erschlossenen Höhle). Zusätzlich sollen in den drei Bereichen kleinere Bodenproben genommen werden, um die Bodenfauna zu untersuchen.
 

Was...

Die gesammelten und in Ethanol konservierten Wirbellosen werden im Labor auf ihr Erbgut hin untersucht. Mithilfe der neuen Technik des DNA Metabarcoding gelingt eine molekulare Artidentifikation, die insbesondere für morphologisch schwer zu identifizierende Organismen sehr vielversprechend ist. Über die Projektgruppe Subterrane Fauna und das German Barcode of Life (GBOL) Projekt entsteht seit 2012 bereits eine genetische Referenzdatenbank für die Höhlen- und Grundwasserfauna Deutschlands. Über vergleichende Analysen aller in Mitteleuropa beprobter Höhlenpaare sollen generelle und ortsspezifische Muster aufgedeckt werden.